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Promis, Villen und kuriose Geschichten: Münchens überraschendes Bogenhausen
Bogenhausen gilt als eines der vornehmsten Viertel Münchens: grüne Straßen, herrschaftliche Villen, alteingesessener Wohlstand und prominente Namen prägen bis heute das Bild. Doch der Stadtteil am Isarhochufer hat weit mehr zu erzählen als Geschichten von Glanz, Besitz und großen Fassaden. Denn Bogenhausen war nicht immer Nobelviertel. Hier lebten und wirkten berühmte Persönlichkeiten, auf dem kleinen Friedhof bei St. Georg liegen einige bekannte Münchner begraben und so manche Geschichte rund um die Villen dürfte selbst eingefleischte Münchner überraschen.
Also: Was haben Thomas Mann, Wilhelm Conrad Röntgen und „Monaco Franze“ mit Bogenhausen zu tun? Und welche Geschichten verstecken sich noch zwischen den schönen Häusern?
Unser Rabattpartner Herz und Heimat Stadtführungen nimmt dich mit auf einen Spaziergang durch Bogenhausen und zeigt dir einige der Geschichten, die hinter den schönen Fassaden und bekannten Namen stecken.
- Promifriedhof - Warum hier so viele berühmte Münchner begraben liegen
- Thomas Mann - Die Villa, in der Thomas Mann vom Nobelpreis erfuhr
- Hildebrandhaus - Wo sich Röntgen, Richard Strauss & Co. trafen
- Vom Dorf zum Villenviertel
- Kuriose Tour-Anekdote - Diese Geschichte kennt kaum jemand
- Komm mit und sieh selbst
Promifriedhof - Warum hier so viele berühmte Münchner begraben liegen
Mitten in Bogenhausen liegt ein Friedhof, der auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt. Groß ist er jedenfalls nicht. Dafür ist die Liste der Menschen, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, umso bemerkenswerter.
Auf dem Friedhof bei St. Georg liegen unter anderem Schriftsteller, Schauspieler, Künstler und andere bekannte Persönlichkeiten: Erich Kästner, Rainer Werner Fassbinder, Helmut Fischer, Liesl Karlstadt, Oskar Maria Graf und Bernd Eichinger gehören dazu. Wer durch die schmalen Wege zwischen den Gräbern spaziert, trifft deshalb auf ziemlich viele Namen, die man aus der Münchner Stadtgeschichte oder aus Film, Literatur und Kultur kennt.
Aber warum gerade hier?
Der Friedhof gehört zur alten Pfarrkirche St. Georg und liegt damit mitten im historischen Teil Bogenhausens. Viele der bekannten Persönlichkeiten hatten einen persönlichen oder beruflichen Bezug zu München und entschieden sich für diesen besonderen Ort. Heute ist der kleine Friedhof deshalb fast so etwas wie ein Stück Münchner Kulturgeschichte unter freiem Himmel.
Photo: Herz und Heimat Stadtführungen
Thomas Mann - Die Villa, in der Thomas Mann vom Nobelpreis erfuhr
Wer an Thomas Mann denkt, denkt wahrscheinlich eher an große Literatur als an Bogenhausen. Tatsächlich verbrachte der Schriftsteller aber viele Jahre seines Lebens hier im Herzogpark, damals eine der begehrtesten Wohngegenden Münchens.
1909 ließ Thomas Mann dort eine großzügige Villa für sich und seine Familie errichten. Fast zwei Jahrzehnte lebte die Familie Mann in dem Haus, bevor Thomas Mann 1929 eine besondere Nachricht erhielt: Er hatte den Nobelpreis für Literatur gewonnen. Und wo er davon erfuhr? Genau hier, in seiner Villa in Bogenhausen.
Leider wurde im Zweiten Weltkrieg die Villa schwer beschädigt und später abgerissen. Heute steht an dieser Stelle ein Neubau, der sich an den ursprünglichen Plänen orientiert.
Hildebrandhaus - Wo sich Röntgen, Richard Strauss & Co. trafen
Bogenhausen war schon vor über 100 Jahren ein beliebter Treffpunkt für Münchens Künstler- und Kulturszene. Ein tolles Beispiel dafür ist das Hildebrandhaus in der Maria-Theresia-Straße.
Die prachtvolle Villa wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für den Bildhauer Adolf von Hildebrand und seine Familie errichtet. Doch das Haus war nicht nur Wohnsitz, sondern auch ein Treffpunkt für die Münchner Gesellschaft. Hier gingen Künstler, Wissenschaftler und andere bekannte Persönlichkeiten ein und aus.
Unter den Gästen waren unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen und der Komponist Richard Strauss.
Heute befindet sich im Hildebrandhaus die Monacensia, das Literaturarchiv der Stadt München. Das Gebäude hat seine Verbindung zur Münchner Kultur damit bis heute behalten.
Photo: Streetflash von Getty Images
Vom Dorf zum Villenviertel
Bogenhausen war ursprünglich ein kleines Bauerndorf außerhalb der Münchner Stadtgrenzen. Erst 1892 wurde der Ort nach München eingemeindet. Zu dieser Zeit bestand das Dorf noch aus vergleichsweise wenigen Häusern und landwirtschaftlich geprägten Anwesen.
Das änderte sich ziemlich schnell. Mit der Eingemeindung und dem Ausbau Münchens begann sich Bogenhausen zu einem beliebten Wohnviertel zu entwickeln. Aus einem einst kleinen Dorf entwickelte sich ein Stadtviertel mit vielen Gesichtern. Statt Bauernhöfen entstanden repräsentative Villen, neue Straßen wurden angelegt und wohlhabende Münchner zog es an die Isar. Zwischen prachtvollen Villen und noblen Adressen findet man noch heute Ecken, die an das alte Dorf erinnern. Wer nicht genau hinschaut, läuft allerdings schnell daran vorbei.
Kuriose Tour-Anekdote - Diese Geschichte kennt kaum jemand
Auf dem Spaziergang mit Herz und Heimat Stadtführungen geht es nicht nur um berühmte Bewohner und prachtvolle Villen, sondern auch um die kleinen Dinge hinter den großen Geschichten. Bogenhausen war nie nur ein Viertel der „Großkopferten“. Hier finden sich Dramen, glückliche Zufälle, Wandel und Widersprüche und genau das macht den besonderen Reiz dieses Stadtteils aus. Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem noblen Ruf ein lebendiges Stück München voller Geschichte, Geschichten und überraschender Seiten.
Diese kleine Anekdote kennst du zum Beispiel mit Sicherheit nicht:
Auf dem Friedhof ist das Grabmal von Sternwartsdirektor Johann von Lamont. Er ist darauf als Halbfigur zu sehen, mit viel Patina, allerdings ist seine geöffnete rechte Hand blank poliert. Wie das?
Lamont starb 1879 soll testamentarisch verfügt haben, dass aus einem von ihm dafür bestimmten Vermächtnis der Mesner täglich ein paar kleine Münzen herein legt, als Spende an die armen Schulkinder der nahegelegenen Schule. Ob´s wahr ist? Jedenfalls liegen auch heute noch immer wieder Münzen in der offenen Bronzehand und immer noch kommen Schulkinder vorbei und schauen nach. Ob die heute noch so bitterarm sind wie vor 150 Jahren lassen wir mal dahingestellt. 😉
Photo: Herz und Heimat Stadtführungen
Komm mit und sieh selbst - ab 18. September 2026
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